Allgemeines
Die ersten Versuche von uns auf dem Gebiet der Digitaltechnik wurden auf einem Schienenkreis mit zwei Stumpfgleisen durchgeführt. Eine Lok vollführte ständig eine Pendelfahrt, während die zweite im Kreis fuhr. Unter diesen Gegebenheiten konnte die Software und Hardware natürlich nicht ausgiebig getestet werden, um sie später auf der Waiblinger Bahnhofsanlage einzusetzen. Eine Testanlage, auf welcher ein automatischer digitaler Zugbetrieb realisierbar ist, wurde benötigt.
Nach kurzer Planung wurde 2001 mit dem Bau unserer Testanlage begonnen. Kriterien waren ein Bahnhofsbereich, ein Schattenbahnhof, ein BW-Gleis und Stumpfgleise für den Wendezug. Die Anlage ist 2,25m x 1,25m groß, besitzt 2 Ebenen, keine Landschaft und die gesamte Elektronik ist zentral aufgebaut.
Immer wieder gibt es neue Ideen und Erkenntnisse, welche teils große Umbauarbeiten zur Folge haben. Zum Beispiel haben wir im Bahnhofsbereich sämtliche Weichenantriebe durch Servomotoren ersetzt. Im Bereich der Elektrik/Elektronik wurde nach ausgiebigen Tests auf ein anderes System umgestellt. Als Testanlage gebaut, ist sie nun fester Bestandteil bei unseren Ausstellungen. Gibt die Anlage doch auch Einblicke in den Rahmenbau, was bei einer fertig gestalteten Anlage kaum noch zu sehen ist. Großes Interesse zeigen unsere Besucher im Bereich des computergesteuerten Digitalbetriebes und dem Servoeinsatz. Auch der Gleisplan wird sehr gern von Besuchern übernommen, da er trotz der kleinen Anlagengröße einen abwechslungsreichen Zugbetrieb erlaubt.
Gleisbau
Wie bei all unseren Anlagen, wurde auch bei der Testanlage Roco-Line als Schienenmaterial verwendet. Die Gleise sind bis auf ein “Schaugleis“ alle ohne Korkunterlage und Schotterung direkt auf den Gleistrassen verlegt. Die Anlage besitzt zwei Ebenen. Auf der oberen Ebene befindet sich ein 3-gleisiger Bahnhof mit Stumpfgleis für den Wendezug und ein BW. Auf der unteren Ebene ist ein 4-gleisiger Schattenbahnhof untergebracht. Beide Bahnhöfe sind mittels 1-gleisiger Strecke verbunden. Die fünf Weichen im Schattenbahnhof besitzen einen herkömmlichen Spulenantrieb und die vier im Bahnhof befindlichen Antriebe werden durch Servos gesteuert. Als Ausfahrsignale sind Lichtsignale und Flügelsignale mit Servoantrieb im Einsatz.
Landschaft
Große Ausführungen zum Thema Landschaft/Landschaftsbau gibt es nicht. Eine Testanlage wäre keine Testanlage, wenn sie landschaftlich komplett durchgestaltet wäre. Bäume, Häuser usw. sind beim Testen und Umbauen nur hinderlich. Dafür ist der Rahmen- und Trassenbau gut sichtbar, welcher trotz vieler Abhandlungen in Fachzeitschriften immer wieder das Interesse der Besucher weckt. Das einzige Gebäude auf der Anlage ist ein eingleisiger Lokschuppen. Im Inneren sind zwei Servos für das Öffnen der Schuppentore untergebracht. Aus diesem fährt nach dem Öffnen der Tore eine Lok zum Wasser fassen und anschliessend wieder zurück in den Lokschuppen und die Tore schliessen sich wieder.
Elektrik/Steuerung
Auf dieser Anlage soll ausgiebig getestet werden, was später auf der Waiblinger Bahnhofsanlage zum Einsatz kommen soll. Wir fahren im DCC-Format und setzen TrainController™ von Freiwald Software als Steuersoftware ein. Die Intellibox ist das Bindeglied für den Fahrbetrieb zwischen Anlage und PC. Anfangs hatten wir den LocoNet-Bus für die Rückmeldungen und Ansteuerung der Decoder eingesetzt. Nachdem das Fahren und Steuern getrennt wurde, wechselten wir beim Steuern zu den Komponenten von Rautenhaus und somit zum Selectrix-Bus. Alle Decoder sind in der Mitte der Anlage aufgebaut, um bei Problemen sofort reagieren zu können. Auch die Antriebe von Signalen, Schranken und Weichen wurden im sichtbaren montagefreundlichen Bereich eingebaut. Unsere Besucher finden den Aufbau super, kann man doch endlich mal sehen, was sonst im Verborgenen bleibt.
Gleisplan