Allgemeines
Der Waiblinger Bahnhof ist etwas Besonderes, weil er als Trennungsbahnhof ausgebildet ist. Viergleisig von Stuttgart kommend führen ab Bahnhof Waiblingen zwei Bahnstrecken getrennt weiter: In östliche Richtung durch das Remstal über Schorndorf weiter nach Schwäbisch Gmünd (Remsstrecke) und in nordöstliche Richtung über Backnang nach Schwäbisch Hall (Murrstrecke). Die Gleisanlagen des Bahnhofs gleichen einem „Y“. Zwischen den beiden Schenkeln liegen das Bahnhofsgebäude und der Busbahnhof.
Als Waiblinger Modelleisenbahnverein war es geradezu verständlich, den Waiblinger Bahnhof als Vorbild für eine Modellbahnanlage zu nehmen. Bereits vor zehn Jahren hatte der MEC Waiblingen den Bahnhof im Maßstab 1:87 nachgebaut. Doch der Zustand der Anlage verschlechterte sich nach unzähligen Ausstellungen immer mehr. Deshalb entschlossen wir uns vor wenigen Jahren, die Anlage wieder abzureißen und einen Neubau zu realisieren.
Die neue Ausstellungsanlage „Waiblinger Bahnhof“ ist aus Großmodulen zusammengesetzt. Die Modullänge beträgt immer 2,4 Meter, die Breite variiert je nach Modul zwischen 0,6 und 1,2 Meter. Bis jetzt entstanden acht Großmodule. Die Anlage besteht bis jetzt aus 8 Modulen mit einer Länge von je 2,4 Metern. Die Module haben dabei eine Breite zwischen 60 cm und 1,2 m. Momentan beträgt die Gesamtlänge des Bahnhofs rund 19,2 Meter. Weitere Module und der Ausbau der Strecke sind geplant. An allen drei Enden (Stuttgart, Backnang, Schorndorf) sind Kehrschleifenmodule angebaut.
Gleisbau
Zunächst entschieden wir uns für den Selbstbau der Schienenstränge und Weichen, um möglichst nah am Original zu bleiben. Doch angesichts des großen Projektes stellten wir bald fest, daß dies sehr zeitraubend ist. Wir entschlossen uns fortan, auf Rocoprodukte (Roco-Line) umzusteigen, um uns nicht zu verkünsteln. Zwölf Meter Selbstbaugleis und vier Weichen zeugen noch von den Anfängen, integrieren sich aber prima in das übrige Gleismaterial (68 Meter und 37 Weichen). Die Weichen werden über Servos langsam und vorbildgerecht gesteuert.
Der gesamte Bahnhofsbereich sowie die Remsstrecke wurde mit Oberleitung versehen. Der Montagefreundlichkeit wegen entschieden wir uns bei den Quertragwerken und Fahrleitungen für Viessmann-Produkte. Teilweise werden damit bis zu sechs Gleise überspannt. Alle Fahrleitungsdrähte sind über eine Federkraft gespannt. Beim Transport der Anlage zu Ausstellungen kann es vorkommen, daß ein Turmmast einen kleinen Stoß abbekommt. Deshalb verwenden wir dort stabile Sommerfeldt-Masten. Eine stabile Schraube, die im Fundament des Masten eingegossen ist, wird durch das Trassenbrett gesteckt und von unten mit einer Mutter gekontert. Alles ist leicht zugänglich, weil der „Waiblinger Bahnhof“ nur aus einer Ebene besteht und kein Schattenbahnhof im Untergrund hinderlich ist.
Die Ausstellungsanlage „Waiblinger Bahnhof“ ist digitalisiert. Durch die Steuerungssoftware TrainController™ findet reger Zugbetrieb statt. Der Güterschuppen, die Postverladestelle, Verladegleise bei der Ziegelei und die Kiesverladung müssen bedient werden. Zwischen Stuttgart und Waiblingen verkehrt regelmäßig ein Pendelzug. Zugüberholungen finden im Güterbahnhof statt.
Landschaft
Sie entspricht der Epoche V. Um uns möglichst nah am Original zu orientieren, haben wir vielerorts Gebäude, Bauwerke und Gleisanlagen fotografiert, vermessen und in den Maßstab 1:87 übertragen. Alles, was sich im direkten Umfeld der Gleisanlagen befindet, etwa die Shell-Tankstelle, die Kiesverladung, Straßenunterführungen und Schrebergärten, sind im Original leicht wiederzuerkennen. Auch unser Vereinsheim hat auf der Anlage seinen richtigen Platz gefunden. Nur das Modell-Bahnhofsgebäude entspricht nicht ganz der Neuzeit. Das alte, imposante Gemäuer, das um 1980 der Abrissbirne zum Opfer fiel, gefiel uns besser und ziert die neue Anlage.
Noch längst nicht alle Module sind landschaftlich fertiggestellt. Um aber einen „geregelten“ Fahrbetrieb durchführen zu können, sind zumindest alle Gleiskörper betriebstechnisch abgeschlossen.
Es gibt aber noch viel zu tun und angesichts der vielen anderen Projekte im Club wollen wir zumindest pro Jahr ein Modul fertig stellen. Gleichzeitig werden wir die Anlage Stück für Stück erweitern und weitere interessante Streckenabschnitte hinzufügen, z. Bsp. den Schwaikheimer Tunnel, den Neustädter und auch Endersbacher Viadukt.
Gleisplan